Bootsbastelkistengrundausstattung

Ein guter Handwerker arbeitet auch mit schlechtem Werkzeug, so sagt man. Ich finde, dass ein guter Handwerker mit gutem Werkzeug noch besser arbeitet. Abgesehen davon macht es einfach spaß Werkzeug zu kaufen, grade jetzt wo man wirklich welches braucht 😉 

Hier nun eine Aufführung der Dinge die allesamt vermehrt bei uns im Einsatz sind und sich bewährt haben. Somit hat sich folgendes als Grundausstattung für den Bootsbastler qualifiziert:

Der Spachtel

Ja der steht bei mir an erster Stelle. Mit einem Spachtel kann man bereits allerhand anstellen z.B. mal eben was abschaben, alte Borddurchlässe aushebeln, oder etwas abstemmen. Das hier gezeigte Modell begleitet mich bereits mein halbes Leben. Daher hüte ich ihn auch wie meinen Augapfel, was auch seinen Grund hat. Im Baumarkt nebenan gibt es diesen nämlich nicht. Das hier gezeigte Modell stammt aus England, ist geschmiedet und ist auch nach Jahren noch messerscharf. Er ist auch stabiler als jeder andere Spachtel den ich in den Händen hatte, weil seine Stahlseele durch den hölzernen Griff hindurch geht. So kann man hinten auch mal mit dem Hammer draufhauen ohne das er sich in seine Bestandteile auflöst. 

Es muss natürlich nicht so ein Luxusmodell sein, aber ich für meinen Teil nehme nur ungern irgendeinen anderen Spachtel in die Hand. Bei jeder Renovierung heißt es nicht nur „Hey da kommt Jens“, sondern „Hey da kommt Jens und sein Spachtel“.

Hier könnt Ihr ihn kaufen:

Footprint Tools 

Eine gute Rohrzange

ich betone hier bewusst „eine gute“, weil ich schon so einige Rohrzangen benutzt habe und das hier ist einfach die beste von allen. Nein, wir haben leider kein Sponsoring. Das hier ist aus der selbst gemachten Erfahrung heraus geboren. Eine Knipex! Spitzname „Cobra“. Diese hier bekommt man im gutsortierten Baumarkt nebenan, kostet ein paar Euro mehr, ist es aber auch wert. Man rutscht mit ihr nicht so schnell ab und hinterlässt hässliche Spuren. Die Weitenverstellung ist auch genial und sicher (wer sich mal die Flossen in so einem Ding richtig eingeklemmt hat weiß wovon ich rede ;)). Hilfreich ist diese Zange zum Beispiel beim Entfernen von Borddurchlässen, besonders an schlecht zugänglichen Stellen: 

Eine Kiste Tombolawerkzeug

Ja eigentlich stehe ich auf qualitativ hochwertiges Werkzeug, ich gebe es zu. Aber nach diversen Besuchen beim Boot bei denen man festgestellt hat, dass genau das fehlt was man grade nicht dabei hat war klar, dass wir Bordwerkzeug brauchen. Dieses soll später im Boot verbleiben damit man auch mal unterwegs was nachziehen/ justieren kann. Dafür muss es nicht das Hazet Rundumsorglospaket sein. Geholfen und ungeplante Wege erspart hat uns dieser Kasten von LuX hier allemal, allerdings ist die Bestückung der Steck und Maulschlüssel überarbeitungswürdig, da ab Schlüsselweite 12 nur grade Maße enthalten sind (14, 16, 18). Natürlich braucht man dann ausgerechnet den 13er Schlüssel. Dennoch hat es dieser Koffer in unsere Mindestbedarfsliste für Bootsbastler geschafft:

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Einen richtigen Knarrenkasten

Wie gesagt fehlt immer irgendwas. Glücklich ist der, der den hier sein eigen nennt. Es sollte schon ein vernünftiger Knarrenkasten sein mit dem man nicht jede Schraube gleich vergurkt. Der Proxon Kasten stellt für mich eine solide Basis im Bereich der Steckschlüssel dar. Mehr braucht man zumindest im nicht gewerblichen Bereich nicht, aber auch dort kommt er gern zum Einsatz da er im Vergleich zu Hazet oder SnapOn deutlich günstiger zu haben ist. Achja brauchen tut man den wenn es an festsitzende, schlecht zugängliche und zahlreiche Schlossschrauben geht, zum Beispiel am Motor. Aber falls er griffbereit liegt, lange ich auch lieber hier rein als in die Tombolakiste eins höher.   

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Einen Satz Engländer

Beim Engländer lässt sich die Schlüsselweite verstellen womit er in der Lage ist sich an jede zu lösende Mutter anzupassen. Ein wirklich passender Schlüssel ist natürlich immer besser, da die Einstellung meistens relativ viel Spiel hat und somit immer etwas auf der Mutter verkanntet. Zum Lösen festsitzender, großer Muttern eignet er sich aber allemal und wenn es nicht zu fest angezogen werden muss, ist er auch zum festschrauben gut. Da sich am Boot auch nicht metrische Maße, z.B. an fast allen geschraubten Borddurchbrüchen (1/4, 1/3/, 1/2 Zoll), finden und diese beim Einbau auch nicht mit aller Gewalt angezogen werden dürfen, ist der Engländer ein guter Helfer bei der Bootsrestauration.   

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Eine Kabeltrommel

Die Wege auf einer Marina können schonmal lang werden, zumindest bis zur nächsten Stromzapfstelle. Es tun auch Verlängerungsleitungen, aber bei einer benötigten Strecke von 40m macht einem eine vernünftige Kabeltrommel das Leben schon deutlich leichter. Dieses Modell verfügt über einen Spritzwasserschutz (IP44) was aber nur am Rande zum Kauf geführt hat. Ursächlich war die solide Ausführung der gesamten Konstruktion und die Stärke des Kabels, da man bei der zu verlegenden Länge davon ausgehen kann, dass da auch mal ein Auto mit einem Trailer am Haken rüberfahren können muss. Fündig wurden wir nach unseren üblichen Vergleichsodysseen im Bauhaus.  

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Ein guter Staubsauger

Bei uns ist die Bootsbastelkiste ein Kombi und der hat den Staubsauger auch gern. Spaß beiseite, ein guter Staubsauger ist einfach unabdingbar am Ort des Geschehens. Zum einen hat man es mit zumindest nicht gesundheitsfördernden Materialien zu tun an denen man da so rumschleift und zum anderen will man ja auch nicht sein eigenes und jedes angrenzende Boot auf dem Gelände einsauen. Vom Gelände ganz zu schweigen. Der Einsatz einer Absaugung ist für mich, sofern möglich, einfach selbstverständlich. An einer Schleifmaschine angeschlossen erhöht diese zudem die Schleifleistung, da der Schleifstaub das Schleifmittel nicht so schnell zusetzen kann. Ein guter Staubsauger wie der gezeigte ist für um die EUR 100,00 erhältlich, wir haben diesen jedoch mittlerweile gegen einen Kärcher MVP3 ersetzt. Dieser ist in derselben Preisklasse erhältlich, bietet aber eine höhere Saugleistung, ist zu fast allen unseren Elektrowerkzeugen auch ohne Klebeband kompatibel und das wichtigste, man bekommt die Beutel in jedem Baumarkt. 

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Fein Multimaster

Man kann sich bestimmt darüber streiten ob der hier wirklich zur Grundausstattung gehört. Fakt ist, dass wir ohne den vieles nicht hätten machen können. Beim Ausschneiden der neuen Decksluke, dem Schleifen der Kielsohle von innen und beim Entfernen von wiederspenstigen und festsitzenden Teilen (z.B. alte Borddurchlässe) war uns der Fein ein enorm großer Helfer. Wir hatten auch ein preisgünstigeres Pendant in grün vor Ort, dieses hatte aber im direkten Vergleich keine Chance. Es handelt sich beim Multimaster um ein Profitool und es gibt ihn mittlerweile auch in einer Version für Bootsbauer. Er hat mit ca. EUR 450,00 (je nach Ausstattung und Modell) auch seinen Preis, ist aber jeden Cent wert. Gute Elektrowerkzeuge erkennt man übrigens auch u.a. am deutlich längeren Kabel. Wir haben ihn uns von einem Freund geliehen (danke Guido). Ohne den Multimaster und meinen Spachtel würde ich auf keinen Fall nochmal ein Boot refitten wollen.  

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Ein Exzenterschleifer

Den haben wir recht schnell gebraucht. Ursprünglich zum Schleifen und zur Endbehandlung von Lackflächen, sowie zum polieren und jetzt auch für gröbere Arbeiten am Unterwasserschiff. Fürs wirklich grobe ist der kleine Bosch Exzenter nicht geeignet, da die Leistung einfach zu dürftig ist um mit ihm schnell „grobe Kelle“ arbeiten zu können. Eine Festool Rotex oder das Pendant von Mirka ist für schwere Schleifarbeiten besser geeignet. Der große Vorteil der Bosch Maschine ist allerdings, dass sie mit 1500g auch nur halb so schwer wie die Profigeräte ist und nicht so schnell lange Arme macht. 

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Eine Flex

Das ist die Maschine fürs wirklich grobe. Mit ihr trennt man quasi jedes Material in Sekunden und mit entsprechender Schleifbestückung (Schrubbscheibe) ist der Abtrag von GFK enorm. Anschäftungen, Aussparungen und Fräsungen lassen sich auch in massivem Material in Minuten realisieren. Für das gezeigte Gerät gibt es direkt vom Hersteller und einigen Drittanbietern Absaugungen und Schleifteller zu kaufen. Dennoch ist der Dreck den eine Flex verursacht groß und es fliegen schnell Splitter durch die Gegend. Daher immer Schutzbrille und Atemschutz tragen, beim Schleifen von GFK besser eine Ganzkörperkombi. Man sieht danach aus wie Sau und von den Glaspartikeln hat man eine Weile was wenn sie auf die nackte Haut gelangen konnten. 

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Einen Dremel

Und hier die Maschine fürs Filigrane. Es muss nicht unbedingt ein Dremel sein, andere Hersteller haben bereits nachgezogen und bieten Produkte vergleichbarer Qualität an. Allerdings ist m.E. die Zubehörauswahl bei Dremel noch am besten. Im Grunde ist das ein zahnarztmäßiges Werkzeug zum Trennen, Schleifen und Bohren. Seine Einsatzmöglichkeiten sind so vielfältig wie sein angebotenes Zubehör. Besonders gut eignet er sich für Arbeiten an schwer zugänglichen Orten im Boot. 

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Dreieckschaber und Ziehklinge

Diese Werkzeuge sind hilfreich wenn es darum geht schnell geringe Flächen am Unterwasserschiff von den Anstrichen zu befreien. Gut sind sie um kurzfristig etwas zu begutachten oder um bereits lose Anstriche zu entfernen, ohne das man gleich mit schwerem Gerät anrücken muss. Wunder und schnelles Vorankommen auf großen Flächen sollte man von diesen Helfern aber nicht erwarten. Dennoch gehören sie zur sinnvollen Grundausstattung der Bastelkiste. 

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